Experts Blog BERHALTER Swiss Die-Cutting 7 Steps to the right Embossing.

Experts Blog BERHALTER Swiss Die-Cutting - 7 Steps to the right Embossing

 

7 Schritte zur richtigen Prägung

Author: Dalibor Schuman, Ivo Schmid, Angela Büchel, BERHALTER Swiss Die-Cutting

Alles was Sie über Prägungen wissen müssen.

Wofür ist eine Prägung überhaupt nötig und wie entscheidet man, welche Prägung zum Einsatz kommt? Um diese Fragen besser verstehen zu können, haben wir nachfolgend einige der wichtigsten Informationen zusammengetragen:

Das Prägen ist eine Technik, die mechanisch und ohne Hitze ein Material verformt, indem Druck auf ein positiv als auch negativ graviertes Prägewerkzeug ausgeübt wird. Diese Methode erzeugt eine dauerhafte Struktur (Formänderung), welche dem Material diverse zusätzliche Eigenschaften verleiht.

Die Prägung erfüllt verschiedene Funktionen einer Verpackung. Zum einen erfüllt die Prägung eine technische Funktion, wie eine gute Planlage oder gibt dem Stanzling zusätzliche Stabilität. Zudem erfüllt sie die Funktion zum einfachen Vereinzeln des Deckels aus einem Stapel, damit die Verpackung auf der Abfüllanlage sicher versiegelt werden kann. Zum anderen erfüllt die Prägung auch wichtige marketing-technische Funktionen wie Wiedererkennung und Differenzierung. Das Prägen erlaubt die dritte Dimension dekorativ und gestalterisch mitzuverwenden.

„Die Prägung erfüllt eine technische und wichtige marketing Funktion.”

 

Die vier wichtigen Kriterien

1 - Entstapelung: Damit die vorgestanzten Deckel beim Entstapeln auf der Abfüllanlage durch den Vakuumeffekt von glatter Folie nicht aneinander haften bleiben, muss der Deckel mechanisch verformt werden. Hierzu bringt man eine feine, reliefartige Oberflächenstruktur auf. Diese Verformung bewirkt, dass sich ein Luftpolster zwischen den einzelnen, gestanzten Deckeln bildet. Dies gewährleistet bereits eine störungsfreie Abfüllung beim automatischen Vereinzeln und Applizieren der Deckel auf den Behälter. Bei der Auslegung der Prägestruktur muss darauf geachtet werden, dass der Prägerapport nie identisch mit dem Rapport des Vorschubs beim Stanzen ist. Sollte dies der Fall sein, tritt das Gegenteil der gewünschten Funktion auf und die Prägestruktur setzt sich ineinander und ein sicheres Entstapeln ist nicht mehr möglich.

2 - Planlage: Durch die Prägestruktur kann die Stabilität des Deckels verstärkt werden. Jedoch kann die Prägestruktur auch starken Einfluss auf die Planlage des Deckels haben. Die gewählte Prägestruktur muss auf das jeweilige Stanzsubstrat angepasst werden, damit ein störungsfreier Stanzprozess möglich ist.

3 - Wiedererkennung: Die Prägung kann die optische Erscheinung des Stanzlings stark beeinflussen und daher auch dazu genutzt werden, um eine exklusive Kundenbindung aufzubauen. Eine eigenständige Prägestruktur mit eindeutigem Wiedererkennungswert stärkt die Position der Marke in jedem Verkaufsregal.

4 - Differenzierung: Die Würmchen-Prägung sowie die Punkt-Prägung sind die am häufigsten verwendeten Prägestrukturen. Diese beiden Strukturen machen einen Grossteil der geprägten Produkte in der flexiblen Verpackung aus. Eine eigenständige Prägestruktur erlaubt jedoch eine klare Differenzierung der Masse.

parallax background

Die Möglichkeiten wie ein Material geprägt wird sind vielfältig und hängen davon ab, welche Funktion die Prägung erfüllen muss.

 

Prägearten

Die Möglichkeiten wie ein Material geprägt wird sind vielfältig und hängen davon ab, welche Funktion die Prägung erfüllen muss. Die wichtigsten Prägeverfahren sind nachfolgend aufgeführt:

Vollflächige Prägung

Die vollflächige Prägung ist das am meisten verwendete Prägeverfahren und wird für alle Arten von Produkten verwendet. Für die vollflächige Prägung wird ein Union Satz Prägewalzen aus Stahl mit positiver und negativer Prägung verwendet.

Partielle Prägung

Bei der partiellen Prägung werden bestimmte Stellen bewusst nicht ausgeprägt. Dies geschieht in der Regel dann, wenn bestimmte Stellen besonders gut lesbar sein sollen, wie z.B. ein aufgedruckter EAN-Code.

Logo Prägung

Ein geprägtes Logo ist das i-Tüpfelchen für jeden Stanzling. Mit der Logoprägung kann ein 3D Effekt erzielt werden und somit eine Marke oder eine Bezeichnung speziell hervorgehoben werden. Die Logo Prägung mit 3D Effekt wird mit speziellen Prägeplatten, die im Stanzwerkzeug verbaut sind, hergestellt.

Rückprägen

Das Rückprägen ist eine Kombination von zwei eigenständigen Prägeverfahren. Zum einen die vollflächige Prägung und zum anderen die Logo Prägung. Das Rückprägen wird ausschliesslich für Stanzlinge aus Aluminium verwendet. Hierbei wird in einem ersten Schritt die Folie mit einer sehr feinen Prägestruktur vollflächig geprägt. Danach wird in einem zweiten Schritt mit einer Logo Prägung die Struktur wieder flach gepresst, so dass ein Glanzeffekt entsteht. Beim Rückprägen wird der gewünschte grafische Effekt ausschliesslich mit Prägen erzielt. Diese Produkte sind im Ursprung unbedruckt und vermitteln dem Konsumenten einen Premium Effekt.

Siegelrand Prägung

Die Siegelrand Prägung wurde von BERHALTER entwickelt, um dem Fortschritt in der Drucktechnologie Rechnung zu tragen und die hohe Druckqualität und Strahlkraft der Farben nicht durch eine vollflächige Prägung zu vermindern. Bei der Siegelrandprägung wird, wie es der Name schon verrät, nur der Rand der Platine geprägt. Dadurch wird zum einen sichergestellt, dass die Entstapelung gewährleistet ist, und zum anderen, dass sich die gesamte Platine ausserhalb des Heisssiegel Bereiches ungeprägt und hellstrahlend präsentiert. Die Siegelrandprägung wird üblicherweise mit Prägeplatten hergestellt, welche in einem speziellen Prägewerk verbaut werden.

 

Wahl der Prägung - Prägeart

Bei der Auswahl der passenden Prägestruktur, respektive der dazughörigen Prägeart, ist es wichtig im Vorfeld ein paar grundsätzliche Fragen zu beantworten. Die Antworten daraus begrenzen nicht nur die grosse Auswahl an verschiedenen Prägestrukturen auf ein Minimum, sondern definieren in der Regel auch bereits das am besten geeignete Prägeverfahren.

1. Welches Material wird verwendet?

Das zu prägende Material ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl der Prägung. Grundsätzlich sind sämtliche Materialien prägbar, jedoch gibt es Unterschiede beim Resultat. Aluminium Folie ist einfach zu Prägen und die erzielte Prägehöhe bleibt stabil. Kunststoff Folie hingegen besitzt einen sogenannten «Memory Effekt». Das heisst, das Material muss immer überprägt werden, da sich die Prägehöhe aufgrund der Materialeigenschaften um ca. 20-30% zurückbildet. Papier lässt nur eine sehr leichte Struktur zu.

2. Wähle die Struktur der Prägung (Punkte, Linien, Würmchen, …)

Bei Aluminium Folie wird sehr häufig die Standard Prägung «Würmchen» verwendet. Diese Struktur ist einfach zu handhaben und hat gute Eigenschaften was Planlage und Entstapelung betrifft. Für Kunststofffolie funktioniert diese Prägestruktur hingegen nicht. Hier wird vor allem die «Punkt» Prägung eingesetzt, welche sich in der Praxis sehr bewährt hat. Wichtig bei der Wahl der Prägung ist auch die Berücksichtigung der gewünschten oder vom Kunden verlangten Gesamtprägehöhe, welches auch auf die Verpackungsgrösse der Stapel Einfluss hat.

3. Ist die Struktur einseitig oder zweiseitig?

Die Entscheidung zwischen einer einseitigen oder zweiseitigen Prägung erfolgt in der Regel aufgrund der Kundenvorgabe oder aufgrund der Gegenüberstellung von Funktion, Nutzen und Optik. Der Grossteil der Prägestrukturen ist aus praktischen Gründen zweiseitig aufgebaut, so dass in den meisten Fällen diese Frage durch die Prägestruktur beantwortet wird.

Die Gründe, welche für eine einseitige Prägung sprechen: - Die Oberfläche auf der Druckseite ist eben, die Punkte sind negativ geprägt was eine gute Optik verspricht. - Auf einer glatten Oberfläche können anstelle eines Druckes Selbstklebeetiketten aufgeklebt werden, was auf einer zweiseitigen Oberfläche aufgrund der mangelnden Haftung nicht funktioniert.

Die Gründe, welche für eine zweiseitige Prägung sprechen: - Geringere Prägehöhe pro Seite gegenüber einseitiger Prägung, aber dennoch höhere Gesamtprägehöhe. - Gute Planlage der Deckel welche für eine problemlose Weiterverarbeitung sorgt.

4. Welche Prägewalze ist oben und unten (positiv/negativ)?

Hier haben wir eine ähnliche Situation wie bei der Prägestruktur in Punkt 3 beschrieben. Je nach gewünschter Optik und Funktion wird die Prägewalze von oben oder unten gegen das Material prägen. Allerdings kann es bei mehrlagigen oder oberflächenbehandelten Materialien bereits einen Unterschied bei der Planlage ausmachen, ob von oben oder von unten geprägt wird.

5. Bestimme die Gesamtprägehöhe

Die Gesamtprägehöhe wird durch die verwendete Prägestruktur bestimmt. Jede Struktur besitzt eine maximale Prägehöhe und hat einen definierten Bereich wo die Prägung besonders gut funktioniert. Um eine Gesamtprägehöhe grob berechnen zu können, müssen wir die Prägestruktur kennen (und somit die maximale Prägehöhe) sowie die Materialstärke.

Beispiel: Aluminium/HSL 40µ + Prägung Würmchen 90-100µ = max. 140µ. Davon müssen nun 10% abgezogen werden = Gesamtprägehöhe max. 126µ

6. Braucht es technische Umsetzungen wie Logo oder Designelement?

Müssen Sonderlösungen wie Logo Prägung oder ein Designelement umgesetzt werden, muss dies in einem gemeinsamen Projekt besprochen werden. Technische Umsetzungen wie Logo oder Designelement erfordern mehr Zeit und ein zielorientiertes Vorgehen. Das Resultat dafür wird jedoch begeistern und sorgt für Einzigartigkeit.

7. Prägung bestimmen

Der für unsere Kunden einfachste Weg zur gewünschten Prägestruktur, Logo- oder Rückprägung zu kommen, ist uns ein Muster einer bestehenden Prägung zukommen zu lassen. Unsere Spezialisten analysieren die Prägestruktur und erarbeiten einen massgeschneiderten Plan zur Umsetzung.

Comments are closed.

de_CH_informalDE_CH